Masken ab!

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„Wir tragen alle Masken und manchmal ist es besser diese Masken nicht abzunehmen.“ Neil Gaiman

Genau darum geht es in Neil Gaimans dritter Kurzgeschichtensammlung „Trigger Warning – Short Fictions & Disturbances“. Hier versammeln sich kurze und längere Kurzgeschichten, bei denen sich immer um verschiedene Masken geht. Alle Masken werden irgendwann abgezogen und das Ergebnis für den Protagonisten der jeweiligen Geschichte nicht besonders schön … Gaiman schreibt in seinem bekannten traumhaften und märchenhaften Stil, wie er auch in seinen anderen Büchern „Der Sternenwanderer“ oder „Coraline“. Trotzdem bleibt bei allem märchenhaften auch etwas Unheimliches zurück. Ein ungutes Gefühl …

Die Kurzgeschichtensammlung hat mir sehr gut gefallen. Sie ist kurzweilig und lässt sich gut zwischendurch lesen, denn es gibt auch mal Geschichten die nur vier Seiten lang sind. Sie reichen also auch einmal für eine Tasse Kaffee. Für alle die Neil Gaiman lieben, ist diese Sammlung ein Muss.

Bild: Saskia Dreßler

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Wie war das nochmal mit Platon, Kant & Co.?

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Philosophie. Ein Wort bei dem sich viele entweder alte Männer mit langen Bärten und Toga in Denkerpose oder heruntergekommene Studenten, die nur an Rotweintrinken interessiert sind, vorstellen. Aber ist die Philosophie wirklich so? Der Autor Jostein Gaarder findet das nicht und um das auch allen zu zeigen schrieb er das Buch „Sofies Welt – Ein Roman über die Geschichte der Philosophie“. In diesem Buch geht es, wie der Name schon sagt, um Sofie. Sofie ist fast fünfzehn Jahre alt als ein Unbekannter ihr Briefe schreibt und sie in Philosophie zu unterrichten beginnt. Schnell merkt Sofie, dass die Geschichte der Philosophie viel verworrener ist als es auf dem ersten Blick scheint. Als sie dann auch noch die Postkarten von dem Vater von Hilde, die sie gar nicht kennt, bekommt, wird Sofie in ein Abenteuer verwickelt, das größer ist als sie denkt …

Das Buch ist leicht zu lesen und die Erklärungen zur Geschichte der Philosophie sind einfach zu verstehen. Anfang ist das Buych ein bisschen langweilig und es dauert bis die Erzählung in den Gang kommt, dann hat das Buch mich auch gefangen genommen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen.

Eine Geschichte um die Liebe

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Damaskus

Durch lovelybooks hatte ich die Möglichkeit kostenlos an einer Leserunde zu dem Buch: „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“ von Rafik Schami mitzumachen. Hier meine Erfahrungen:

 

In dem Buch geht es nicht um eine Person, sondern um viele. Da ist Karim, ein Muslim, der sich ein Junge unsterblich in Sophia, eine Christin, verliebt. Sophia rettet ihm zwar das Leben, aber sie heiratet ihn nicht. Beide verlieren sich aus den Augen. Salaman möchte nur seine Heimatstadt Damaskus und seine Eltern wiedersehen, denn er lebt im Exil, weil er früher Untergrundkämpfer war. In Damaskus wird er jedoch verfolgt und bekommt ausgerechnet von Karim, der eine neue Liebe – Aida – gefunden hat, Hilfe. Denn Salmans Mutter ist Sophia, die auf die Einlösung von Karims Versprechen besteht …

Geschickt verwebt der Autor die Geschichten der einzelnen Personen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie Religion und Liebe miteinander in seinem Buch. Er übt leise und direkt Kritik am syrischen System und stellt es ohne Schönheitskorrekturen dar.

Auch die Menschen bleiben ungeschönt. Das hat mich manchmal erschrocken, denn für meinen Geschmack hat Salaman zu viele Affären, aber so sind die Menschen … Besonders berührt hat mich die Liebesgeschichte von Karim und Aida, die sich in ihrem Lebensabend gefunden haben und nun, ohne Rücksicht auf den Spott, einander lieben.

Schami ist ein fantastischer Erzähler. Er entführt den Leser in das heiße und quirlige Damaskus. Dabei hat man das Gefühl, dass man auf einem Teppich sitz und vor einem der Erzähler, der uns in die Augen sieht.

Trotz ein paar kleiner Schwächen finde ich das Buch super und freue mich noch mehr von diesem tollen Autor zu lesen!

Bild: folia

Kurzer Überblick über die Menschheitsgeschichte

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Wer bei Yuval Noah Hararis Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ ein ein langweiliges Geschichtsbuch gedacht hat, der liegt da völlig falsch. Das Buch ist erfrischend anders!

Statt die Geschichte der Menschheit von A bis Z aufzublasen und alle Kriege und politischen Situationen zu erörtern, geht der Autor des Buches ganz anders vor. Er teil die Welt in Revolutionen, wie die wissenschaftliche Revolution oder die kognitive Revolution, ein und erzählt über die besonderen Umwälzungen dieser Zeit.

Dabei erklärt er Fragen, die sich jeder sicher einmal gestellt hat: Wie funktioniert das mit dem Geld? Wie hängen Imperien und Wissenschaft zusammen?

Außerdem gibt er weitere Informationen, die man davor nicht gewusst hat. Oder wusstet ihr etwa, dass zur selben Zeit sechs verschiedene Menschenarten lebten? Ich nicht!

Der Schreibstil des Buches ist erfrischend leicht. Es ließt sich leicht und seicht wie ein Roman und man merkt erst im Nachhinein, was man wirklich alles gelernt hat. Mit Ironie und Witz gibt Harari sein Wissen weiter.

Ich bin voll auf von diesem Buch begeistert und empfehle es jeden weiter, der keine Lust auf trockene Wissensvermittlung hat. Für mich ist es das Buch des Sommers! Daumen hoch für „Eine kurze Geschichte der Menschheit“!

Bild: pixabay

Ein Haus voller Erinnerungen

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In dem Buch „Das Haus der dunklen Träume“ von Stefanie Kasper geht es um die junge Frau Annika Burgdorfer und um die Geschichte des Pfarrhofes in ihrem Heimatort. Nach einigen Jahren in München trennt sich Annika von ihrem egoistischen und selbstverliebtem Freund und kauft in ihrem Heimatdorf in Oberbayern einen alten Pfarrhof. Sie verliebt sich schon bei der ersten Besichtigung in das Anwesen, obwohl ihr Vater dem ganzen sehr skeptisch gegenübersteht. Mit Hilfe der Brüder beginnt sie die Restaurierung und trifft schon bald auf Victor, der ihr mit tatkräftiger Hilfe zur Seite steht und auch unter falschen Vorwand erstmal bei ihr einzieht. Doch bereits in den ersten Nächten, später auch am Tag, kommen die Träume von Maria. Maria war eine Magd auf dem Brodelhof und hatte ein schweres Schicksal und eine unerfüllte Liebe. Teilweise sehr bedrückend und dunkel verworren gestalten sich die Tage und Nächte von Annika und Victor auf dem Hof. Bis zum Schluss das dunkle Geheimnis enthüllt wird ist es jedoch ein schmerzvoller Weg voller menschlicher Enttäuschungen. In dem Buch schwenkt die Autorin Stefanie Kasper ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. So wird immer mehr von den verhängnisvollen Ereignissen auf dem Brodelhof enthüllt. Teilweise fand ich es ein wenig zu dunkel und geheimnisvoll und war von dem Ende sehr überrascht. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und verständlich und lockt den Leser zum Weiterlesen. Dennoch finde ich die Verwicklungen innerhalb der Gegenwartsgeschichte ein wenig zu mächtig, sowie z. B. die Affäre ihrer Freundin Katrin mit ihrem ehemaligen Freund Daniel. Alles in allem eine unterhaltsame und spannende Lektüre.

Bild: Saskia Dreßler

In den Weiten des Universums

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Mit seinem Buch „Andromedanebel“ hat Iwan Jefremow einen Klassiker der Science-Fiction Literatur geschaffen.

Viele Jahre in der Zukunft – 2000 um genau zu sein – leben die Menschen in der perfekten Welt. Die Menschen arbeiten gern, teilen sich alles und können ihren Interessen – der Wissenschaft und der Kunst – nach gehen. Sie haben es sogar geschafft den Weltraum zu erobern und leben mit allen außerirdischen Lebewesen in Frieden und Harmonie. Die Menschen fliegen mit Sternenschiffen durch die Weiten des Universums. Dort entdeckt ein Sternschiff, dessen Kapitän Erg Noor ist, einen dunklen Planeten, auf dem ungeheure Wesen wohnen. Auf der Erde träumen die Menschen währenddessen die Entfernung zu einem Planeten, der der Erde sehr ähnelt, zu überwinden. Gefährliche Experimente werden ausgeführt und trotzdem bleibt die Frage übrig, ob denn alles Glück …

Für Science-Fiction Liebhaber ist das Buch ein Muss. Es ist aber ziemlich kompliziert geschrieben mit sehr vielen wissenschaftlichen Ausdrücken. Deshalb sollte man sich in den Naturwissenschaften auskennen und man muss oft im Glossar nachblättern, was das Lesen erschwert. Auch fehlen die Zwischenmenschlichenbeziehungen, was das Buch sehr kalt wirken lässt. Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass der Leser klar sein sollte, dass das Buch von einem starken Verfechter des Kommunismus geschrieben wurde. Das merkt man an jeder Ecke und Ende des Buches und das kann schon mal etwas nerven.

Insgesamt muss ich sagen, hat mich das Buch nicht begeistert, aber für alle, die einen Klassiker in diesem Genre lesen möchten, können es mit diesem Buch gern probieren. Ich würde eher Bücher von Stanislaw Lem empfehlen. Diese sind auch Klassiker und haben trotzdem Witz, Charm und einen Hintergrund.

Bild: Shutterstock

Wann kommt er endlich?

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Der Ire Samuel Beckett wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts geboren. Er schrieb in mehreren Sprachen  – unter anderem Französisch, Englisch und Deutsch – seine Bücher und Theaterstücke. Beckett war einer der berühmtesten Vertreter des absurden Theaters, in welchen die Sinnlosigkeit, welche hinter jedem menschlichen Handeln steckt, aufgedeckt werden soll. Eines seiner berühmtesten Theaterstücke ist „Warten auf Godot“. In diesem Stück warten zwei Landstreicher auf einen Mann Namens Godot, doch dieser taucht niemals auf …

Dieses und weitere andere Stücke enthält die Hörbuchfassung vom Hörbuchverlag. Es sind insgesamt sechs CDs und hat eine Laufzeit von 6 Stunden und 4 Minuten. Die Sammlung umfasst mehrere Theaterstücke, Prosa, Lyrik und einen O-Ton. Sprecher sind beispielsweise Heinz Rühmann oder Martin Wuttke.

Die Qualität der Hörbuchfassung ist gut, aber für mich bleibt ein großer Nachteil, dass man nur die Stimmen, der Sprecher hört. Dabei geht der Genuss des Theaters verloren. Sowie sind manche Sequenzen sehr laut und andere leise. Wer aber einen ersten Eindruck von Becketts Werk erhalten möchte und keine Zeit zum lesen hat, der ist mit dem Hörbuch gut gedient.

Bild: Saskia Dreßler

Mal ein Held sein!

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Mit „Heldentage“ veröffentlicht Sabine Raml ihr erstes Buch. In diesem Jugendbuch geht es um die 15-jährige Lea. Lea ist etwas anders als andere Teenager. Sie muss eine Klasse wiederhohlen und so kommt es zu Problemen in ihrer Clique, dann hat sie auch noch Asthma, ihre Mutter trinkt viel zu viel und mit ihrem Freund Lenny klappt es auch nicht mehr. Dann macht Lenny Schluss und Lea muss sich entscheiden: Schafft sie es eine Heldin zu sein?

Lea ist ein Hauptcharakter, den man schnell ins Herz schließt. Ungeschminkt spricht sie über ihre Probleme und reißt den Leser mit sich. Man lacht und leidet mit ihr mit. Auch die Sprache ist authentisch. Man sieht Lea direkt vor sich. Für alle, die noch nach einem guten Buch für einen entspannten Sonntagnachmittag gesucht haben, werden hier ihr Lesefutter finden.

Bei einem Interview stand die Autorin Rede und Antwort:

  1. Seit wann schreibst du?

Seit 2004 gab es die ersten Veröffentlichungen, aber ich schreibe schon seit dem ich ein Kind bin. Da habe ich schon Zeitungen entworfen und eigene Geschichten geschrieben.

  1. Was gibt dir das Schreiben?

Ohne das Schreiben bin ich ein unglücklicher, Mensch, obwohl ich sonst sehr fröhlich bin. Aber das Schreiben gehört zu meinem Leben. Morgens schon muss ich zum Frühstück ein paar Seiten schreiben, sonst ist mein Tag nicht so schön. Mit dem Schreiben kann ich meine Gefühle sortieren.

  1. Ist das Schreiben bei dir stimmungsabhängig?

Eigentlich nicht, denn meistens setzte ich mich hin und schreibe. Erst ist es nicht so gut, aber dann tauche ich ab in die Geschichte und nichts spielt mehr eine Rolle. Ich merke nicht mehr wie lange ich dasitze und schreibe. Das wichtige bei mir ist, dass ich mich vollkommen in eine Stimmung hineinversetzen kann.

  1. Wie kommen dir deine Ideen?

Mir kommen die Ideen, erst später. Wenn ich am Schreibtisch sitze, habe ich oft keine Idee, aber dann schreibe ich und vor meinen Augen läuft ein innerer Film ab. Ich muss mich beeilen, dass ich hinterherkomme mit dem Schreiben, so schnell ist der Film. Man kann mir ein Bild oder ein Wort hinschmeißen und ich schreibe daraus eine Geschichte.

  1. Willst du authentisch bleiben, auch sprachlich?

Ich habe mir mit der Sprache gar keine Mühe gegeben. Eigentlich wollte ich überhaupt kein Jugendbuch schreiben, aber als ich den Roman, für welchen ich einen Vertrag hatte, schreiben wollte, hatte ich immer die Stimme eines 15-jährigen Mädchen im Kopf und irgendwann habe ich begriffen, dass das nicht mit meinem geplanten Buch, in welchen die Protagonistin schon 31 ist, passt. Also habe ich mit „Heldentage“ angefangen und dann konnte die Stimme reden wie sie wollte.

  1. Wann ist jemand für dich ein Held?

Für mich sind Kinder und Jugendliche generell immer Helden, denn sie können, im Gegensatz zu erwachsenen, ihr Leben nicht von heute auf morgen verändern. Sie müssen die Situation so aushalten, wie sie ist. Ich habe das damals als sehr belastend empfunden. Ein Erwachsener ist dann für mich ein Held, wenn er mutig ist und nicht wegschaut. Man sollte hinschauen und handeln.

  1. Welcher Schriftsteller hat dich geprägt?

Es gibt keinen bestimmten Schriftsteller, der mich geprägt hat. Es gab und gibt eher Phasen, in welcher mich ein bestimmter Schriftsteller inspiriert hat. Mal habe ich beispielsweise alle Bücher von Hermann Hesse gelesen, mal etwas anderes. Ich kaufe mir oft Bücher von Schriftstellern und lese dann alle hintereinander weg. Es ist stimmungsabhängig. Viel mehr als ein bestimmter Autor hat mich das Lesen an sich geprägt.

  1. Warum hast du genau über diese Themen geschrieben?

„Heldentage“ ist letztendlich die dritte Fassung eines Buches. Die erste war autobiografisch und sogar für einen Preis nominiert. Aber diese Geschichte wollte ich nicht verlegt haben, denn sie hatte viel zu viel mit mir zu tun und davor hatte ich ein bisschen Angst. Deshalb habe ich das Buch auch liegen gelassen und erst 2011 wieder bearbeitet, wobei das Buch diesmal einfach nur traurig war. Es gab keine schönen Momente. Aber hier fand ich keinen Verlag, was wahrscheinlich auch ein Glück war. Dann habe ich zuletzt das Buch in 5 Wochen überarbeitete und den Oldenburger Jugendbuchpreis gewonnen. Das Buch hat mich also mein ganzes Leben lang begleitet.

  1. Eine letzte Anmerkung?

Meine Mission mit „Heldentage“ ist: Egal wie dein Umfeld ist, wenn du wirklich möchtest, dann kannst du es erreichen!

Ich bedanke mich herzlich für dieses abwechslungsreiche Gespräch!

Bild: Saskia Dreßler

Das geht nah …

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Das Buch „Ich will doch bloß sterben, Papa“ von Michael Schofield bewegt, bringt zum nachdenken und schockt. Man durchlebt die verschiedensten Gefühlswelten: von Trauer, Unglauben bis hin zu Wut.

Michael Schofield schreibt über das Leben seiner Familie – doch es keine normale amerikanische Familie, wie wir sie vielleicht kennen. Michaels kleine Tochter January ist schon von Geburt an anders: Sie will immer beschäftigt werden, ist hochintelligent und spricht mit ihren erfundenen Freunden. Den Kontakt zu anderen Kindern meidet sie. Die Situation der Familie eskaliert, nachdem Bodhi, Janis Bruder, dazu kommt. Jani beginnt ihren Bruder zu schlagen. Damit beginnt die Reise von einem Schreck zum nächsten. Jani wird verurteilt von ihrer Umwelt, mit Medikamenten in der Psychiatrie ruhig gestellt und sie spaltet Michael und seine Frau. Lange will niemand es aussprechen, aber nachdem sich Jani mehrmals versucht hat sich umzubringen, gestehen sich es die Eltern ein: Jani leidet an Schizophrenie.

Wie Jani und ihre Familie mit dieser belasteten Diagnose umgeht, dass beschreibt Michael Schofield in seinem Buch. Die Sprache berührt. Man merkt die Verzweiflung und die unendliche Liebe zu seiner Tochter, aber auch die Machtlosigkeit und die Angst, dass Jani sich Michael für immer entziehen wird.

Wer einmal ein Buch lesen möchte, dass er lange nicht vergisst, der ist mit diesem Buch richtig aufgehoben. Aber vorsichtig: bei diesem Buch wird einem schnell flau im Magen – es ist nichts für schwache Nerven. Man leidet mit der Familie mit. Dieses Buch werde ich jedoch nie vergessen – vor allem, weil alles so erschreckend wahr ist.

Bild: Saskia Dreßler

Schein oder Sein?

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In seinem Roman „Schöne neue Welt“ beschreibt Huxley eine Zukunftsversion, welche erschreckend, aber manchmal nicht weit entfernt scheint. Die Menschen leben in einer Welt, in welcher „Vater“ und „Mutter“ Schimpfwörter sind, welche man nicht ausspricht. Kinder werden in Laborieren hergestellt und schon auf ihre spätere Arbeit geprägt. Auch ihre Intelligenz ist vorherbestimmt. Auch kann, je nach Lust, geklont werden. In dieser Welt leben in Reservaten „Wilde“, welche an die Ureinwohner Amerikas erinnern. Ein solcher Wilder wird mit in die Zivilisation genommen, um zu sehen, ob er sich zu Recht findet. Damit nimmt das Unglück und die Verwirrung ihren Lauf, denn … Wie soll der Wilde sich in die moderne Welt einordnen? An manchen Stellen, vor allem die modernen Freizeitbeschäftigungen, wirkt der Roman witzig, doch gerade, wenn es um das Produzieren der Kinder geht, dann macht er erschreckend klar, wie nah diese Zukunft sein kann. Das lässt jeden nochmal über „Designer-Babys“ nachdenken und vielleicht einen anderen Standpunkt einnehmen.

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