Das geht nah …

Wörterwald

Das Buch „Ich will doch bloß sterben, Papa“ von Michael Schofield bewegt, bringt zum nachdenken und schockt. Man durchlebt die verschiedensten Gefühlswelten: von Trauer, Unglauben bis hin zu Wut.

Michael Schofield schreibt über das Leben seiner Familie – doch es keine normale amerikanische Familie, wie wir sie vielleicht kennen. Michaels kleine Tochter January ist schon von Geburt an anders: Sie will immer beschäftigt werden, ist hochintelligent und spricht mit ihren erfundenen Freunden. Den Kontakt zu anderen Kindern meidet sie. Die Situation der Familie eskaliert, nachdem Bodhi, Janis Bruder, dazu kommt. Jani beginnt ihren Bruder zu schlagen. Damit beginnt die Reise von einem Schreck zum nächsten. Jani wird verurteilt von ihrer Umwelt, mit Medikamenten in der Psychiatrie ruhig gestellt und sie spaltet Michael und seine Frau. Lange will niemand es aussprechen, aber nachdem sich Jani mehrmals versucht hat sich umzubringen, gestehen sich es die Eltern ein: Jani leidet an Schizophrenie.

Wie Jani und ihre Familie mit dieser belasteten Diagnose umgeht, dass beschreibt Michael Schofield in seinem Buch. Die Sprache berührt. Man merkt die Verzweiflung und die unendliche Liebe zu seiner Tochter, aber auch die Machtlosigkeit und die Angst, dass Jani sich Michael für immer entziehen wird.

Wer einmal ein Buch lesen möchte, dass er lange nicht vergisst, der ist mit diesem Buch richtig aufgehoben. Aber vorsichtig: bei diesem Buch wird einem schnell flau im Magen – es ist nichts für schwache Nerven. Man leidet mit der Familie mit. Dieses Buch werde ich jedoch nie vergessen – vor allem, weil alles so erschreckend wahr ist.

Bild: Saskia Dreßler