Urmelie und Mupfel

Erfahrungswerte

urmel-aus-demeisDer Kinderbuchautor Max Kruse starb am 04. September 2015.

Seinen größten Erfolg hatte er mit der Kinderbuchserie „Urmel“.

Geboren wurde er 1921 in Bad Kösen/Saale. Seine Mutter war Käthe Kruse, die die berühmten Käthe-Kruse-Puppen herstellte. Kruse machte sein Abitur in Weimar und begann ein Studium der Philosophie und der Betriebswirtschaft. Doch diese musste er wegen dem Ausbruch des 2. Weltkrieges abbrechen. Nach 1945 baute er die Werkstätten seiner Mutter in Donauwörth wieder auf. Seine Kinderbücher – er schrieb aber beispielsweise auch Reisetagebücher und zwei Autobiografien – wurden in vielen Sprachen (u. a. Chinesisch, Dänisch, Englisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Japanisch, Katalanisch, Koreanisch, Polnisch, Russisch und Schwedisch) übersetzt und teilweise, wie das Urmel, durch die Augsburger Puppenkiste verfilmt. Zu seinen berühmtesten Kinderbüchern zählen die „Löwen“-Bände, die „Urmel“-Serie und „Don Blech“. Für seine Werke bekam er diese Preise: Bundesverdienstkreuz (1993) Kulturpreis Penzberg (1999), Großer Preis 2000 der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, Werner-Egk-Kulturpreis – Donauwörth (2005) und Bayerischer Verdienstorden (2013).

 

Zu seinem Gedenken eine Urmel-Sonderausgabe:

 

Die „Urmel“-Reihe besteht aus elf Bänden.

 

  1. Urmel aus dem Eis
  2. Urmel fliegt ins All
  3. Urmel taucht ins Meer
  4. Urmel spielt im Schloss
  5. Urmel zeiht zum Pol
  6. Urmel im Vulkan
  7. Urmel wird zum Star
  8. Urmels toller Traum
  9. Urmels Lichterbaum im Eismeer
  10. Urmels großer Flug
  11. Urmel fährt Ballon

 

In allen teilen erlebt das Urzeittier Urmel, dass in seinem Ei in einem Eisblock die Zeit überdauert hat, viele verschiedene Abenteuer und reist manches Mal in weit entfernte Orte.

Der erste Teil des Buches berichtet, wie der verschrobene Professor Habakuk Tibatong mit seinem Adoptivsohn Tim Tintenklecks und seinem Haushälterschwein Wutz auf die Insel Titiwu zieht. Dort lernt der Professor den Tieren das Sprechen – aber jedes Tier hat seinen eigenen Sprachfehler. Eines Tages passiert etwas sehr Aufregendes: Am Strand wird ein Eisberg angespült und dort drin ist ein Ei! Aus diesem schlüpft das Urmel. Wutz zieht es groß, aber der Professor, der schon immer an die Existenz des Urmels geglaubt hat, macht einen großen Fehler und bald wird Jagd auf das Urmel gemacht …

 

Die wichtigsten Figuren in den Büchern sind:

Professor Habakuk Tibatong: ein missverstandener und schrulliger Professor, der an die Existenz des Urmels glaubt und aus seiner Heimatstadt auf die Insel Titiwu fliegt.

Tim Tintenklecks: ist der Assistent und Adoptivsohn des Professors.

Wutz: ist das weibliche Hausschwein des Professors und wohnt in einer Tonne neben dem Haus des Professors. Sie ist das einzige der Tiere, das keinen eigentlichen Sprechfehler hat. Nur ab und zu setzt sie ein „öff“ hinzu, wenn sie (oft empört) Atem holen muss.

Urmel: ist der letzte Vertreter einer ausgestorbenen Tierart, in der Tibatong das Bindeglied zwischen Dinosauriern und Säugetieren vermutet. es wird durch seine Sprechweise (Kindersprache) als häufig sehr verantwortungslos und verspielt charakterisiert.

Wawa der Waran und Ping Pinguin: Wawa wohnt in einer Muschel, die am Strand von Titiwu liegt und auf die Ping sehr neidisch ist, weswegen der Pinguin mehrmals versucht, Wawas Behausung zu besetzen. Wawas Sprachfehler ist das „Z“, das er als „sch“ ausspricht. So wird beispielsweise aus „Wutz“ „Wutsch“. Die „Mupfel“, wie der Pinguin sie nennt – er kann kein „sch“ – ist über die Urmel-Romane hinaus zu einem geflügelten Wort geworden.

Schusch, der Schuhschnabel: ist in der kleinen Gemeinde Titiwus das einzige flugfähige Tier und fungiert daher oft als Späher oder Bote. Er kann kein „i“ aussprechen. Deshalb wird aus „Schwierigkeiten“ schnell „Schwärägkäten“.

Seele-Fant: liegt meistens auf dem Felsen vor der Insel. Sein Repertoire an traurigen Liedern zeigt dabei von musikalischer Bildung – so bezieht sich sein Gesang An förnöm Ort, onnahbar eurön Flossön … parodistisch auf die Gralserzählung in Richard Wagners Oper Lohengrin.

 

Für mich hat das Urmel eine ganz besondere Bedeutung. Sowohl die Verfilmung mit der Augsburger Puppenkiste als auch die Bücher haben meine Kindheit begleitet und meine Phantasie beflügelt. Max Kruse hat mir ein besonderes Stück Kindheit gegeben. Dafür danke ich ihm sehr. Durch seine bunte Phantasiewelt wird er immer weiter leben und wir werden uns an ihn erinnern. Vielen Dank dafür!

Was sind eure Urmel-Erfahrungen? Was verbindet ihr damit? Ich freue mich auf eure Antworten.

Mir bleibt zum Schluss nur das Lied vom Seele-Fant zu zitieren:

„Oh – hoho!

Öch bön nöcht froh!

Neun, öch bön so –

oh – hoho!

oh – haha!

dön Tränön nah!“

(„Urmel aus dem Eis“, S. 154)

Urmel

 

Bilder: